Susanne Bonowicz

©by Feliks Neuzeller
Susanne Bonowicz lebt und arbeitet in Berlin. Sie studierte Bildende Kunst und Kunstgeschichte in Osnabrück und Port Elizabeth.
Ihre abstrakten Malereien verhandeln urbane Erlebnisse, Erfahrungen und Erinnerungen und begreifen die Stadt als vielschichtiges Resonanzfeld – als Gefüge aus architektonischen Fragmenten, Bewegungen und atmosphärischen Spuren, das sich stetig verändert. Mit einer eigenständigen Farb- und Formensprache, geprägt von Linien, geometrischen Setzungen, pseudotypografischen Elementen und intensiven Farbflächen, macht sie die Gegensätze der Stadt erfahrbar: Ordnung und Chaos, Dynamik und Stillstand, Verdichtung und Auflösung.
Ihr malerischer Prozess bewegt sich zwischen Konstruktion und Dekonstruktion: Strukturierte Flächen und Raster werden aufgebaut, überlagert und durch gestische Eingriffe wieder gebrochen. Acryl und Acrylmarker auf Leinwand, ergänzt durch zeichnerische Elemente, verbinden präzise Setzung mit intuitiver Geste. So entstehen Bildräume, in denen sich Kontrolle und Zufall, Planung und Offenheit durchdringen.
Stadt erscheint bei Bonowicz nicht als statisches architektonisches Konstrukt, sondern als ein Organismus in Bewegung – als Oberfläche, in der sich Licht, Rhythmus, Geräusche und Erinnerung einschreiben. Ihre Arbeiten sind prozesshaft angelegt: Der Blick findet in Linien und Strukturen Halt, verliert sich in farblichen Verdichtungen und orientiert sich immer wieder neu. Erinnerung und Gegenwart überlagern sich in ihrem Werk zu einer Bildwirklichkeit, in der Stadt als Zustand erfahrbar wird. Natur tritt dabei nicht als romantisiertes Gegenbild zur Urbanität auf, sondern als eine organische Kraft innerhalb ihrer Strukturen – als Spur, Störung und Erweiterung zugleich.
So entfaltet sich ihr Werk als offenes Gefüge ohne feste Ordnung, in dem sich Motive, Setzungen und Spuren immer wieder verschieben; die Leinwand wird zum Resonanzraum, in dem Wahrnehmung in Bewegung bleibt. Bonowicz’ Malerei lädt dazu ein, sich auf Überlagerungen und Zwischenräume einzulassen – auf ein Sehen, das nicht festschreibt, sondern öffnet.
Susanne Bonowicz wird durch die Frankfurter Galerie Schierke Seinecke und die Berliner Galerie OFFICE IMPART vertreten. Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen präsentiert, zuletzt 2025 durch die Galerie von Wegen in Hamburg, OFFICE IMPART in Berlin und in der EXO Gallery in Stuttgart. 2024 zeigte sie ihre Arbeiten unter anderem auf der Enter Art Fair in Kopenhagen mit der Uhlig Gallery (Leipzig) und 2023 in einer Solo-Präsentation bei Schierke Seinecke. Bonowicz’ Malereien sind weltweit in Sammlungen vertreten. Eine Arbeit von ihr wurde als Leihgabe im Bundeskanzleramt gezeigt und befindet sich derzeit im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.
Im März 2026 erscheint ihr gemeinsam mit Poljak Wlassowetz entstandenes Buch Verdichtung (Kopf & Kragen Verlag). Ihren limitierten Siebdruck Garden of Yellow finden Sie hier.
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