›Resonanzen‹: Literatur & Kunst im Dialog
Die Tage werden kürzer, die Jacken dicker, die Laubbläser lauter. Kurzum: Der Herbst ist da und mit ihm kommen auch ein paar gute Nachrichten (die politische Realität blenden wir an dieser Stelle mal aus).
Die Plakat-Guerilla war wieder unterwegs, um zwei besonderen Bücher sichtbar zu machen : ›Ödnis‹ und ›Verdichtung‹
›Bearing Structures‹: Ausstellung, Lesung und Artist Talk in der HOTO Gallery
Wir freuen uns sehr über eine Kooperation mit der Berliner HOTO Gallery: Am Do., dem 15.10.2026, um 20 Uhr spricht die Malerin Susanne Bonowicz im Rahmen ihrer Ausstellung ›Bearing Structures‹ mit dem Schriftsteller und Verleger Poljak Wlassowetz über ihre künstlerische Arbeit und das gemeinsame Buch ›Verdichtung‹. Der Schauspieler Leopold Hornung liest daraus.
»Und mit jeder Abzweigung verdichtet sich mein bisheriges Leben, die Zeit, als ich Menschen noch wirklich wahrgenommen habe, als ich noch träumen konnte. Die Zeit, an die es sich zu erinnern lohnt.« Poljak Wlassowetz, ›Verdichtung‹
›Verdichtung‹ verbindet Malerei und Literatur zu einem Porträt der Gegenwart: Abstrakte Stadtlandschaften begegnen beiläufig absurden Texten über eine Welt im Dauerrauschen, über Überforderung und den Wunsch nach Nähe. In ihrem Gespräch erkunden Susanne Bonowicz und Poljak Wlassowetz urbane Räume, sichtbare und unsichtbare Strukturen und die Berührungspunkte zwischen Malerei, Literatur und textiler Kunst.

Eine Kooperaton des Kopf & Kragen Verlags mit der HOTO Gallery. Die Ausstellung ist bereits ab 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.
Susanne Bonowicz studierte Bildende Kunst und Kunstgeschichte in Osnabrück und Port Elizabeth. In ihren abstrakten Malereien verhandelt sie urbane Erfahrungen und Erinnerungen und begreift die Stadt als vielschichtiges Resonanzfeld aus Fragmenten, Bewegungen und atmosphärischen Spuren. Mit einer eigenständigen Farb- und Formensprache aus Linien, geometrischen Setzungen, pseudotypografischen Elementen und intensiven, teils neonartigen Farbflächen macht sie urbane Gegensätze erfahrbar. Ihre Malerei entsteht meist mit Acryl und Acrylmarkern auf Leinwand und wird durch zeichnerische Elemente ergänzt. Neu hinzugekommen ist eine Werkgruppe von Wandteppichen, die aus Susanne Bonowicz’ malerischer Praxis hervorgegangen ist und die in ›Bearing Structures‹ erstmals gemeinsam mit ihren Malereien gezeigt wird.
Susanne Bonowicz wird durch die Frankfurter Galerie Schierke Seinecke sowie die Berliner Galerien Office Impart und HOTO vertreten. Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen Ausstellungen präsentiert und sind weltweit in Sammlungen vertreten.
Leopold Hornung absolvierte seine Schauspielausbildung an der Bayerischen Theaterakademie August Everding. Es folgten Engagements am Münchner Volkstheater, am Schauspielhaus Bochum und am Theater Basel sowie zahlreiche Gastspiele an deutschsprachigen Bühnen. Neben seiner Theaterarbeit ist Hornung regelmäßig in Film- und Fernsehproduktionen zu sehen, darunter ›Der Baader Meinhof Komplex‹, ›Who Am I‹, ›Dark‹ und aktuell in der Literaturverfilmung ›Corpus Delicti‹ nach dem Roman von Juli Zeh.
2011 gründete er einen unabhängigen Kunstraum, aus dem später die HOTO Gallery hervorging. Seit 2021 führt er die Galerie gemeinsam mit Antonio Rilling. Ihr Fokus liegt auf aufstrebenden zeitgenössischen Künstler:innen und interdisziplinären künstlerischen Positionen.
Poljak Wlassowetz ist Politologe, Verleger und Autor der beiden Romane ›Mirovia‹ (Open House Verlag, 2014) und ›Litiotopia‹ (Kopf & Kragen, 2021). Sein ›Manifest für ein gutes Leben‹ wurde u. a. von Deutschlandfunk Kultur als »Geniestreich verlegerischer Freiheit« bezeichnet. Er lebt in Berlin.
Die Malerin Susanne Bonowicz, der Schauspieler und Galerist Leopold Hornung und der Schriftsteller und Verleger Poljak Wlassowtz.
›Resonanzen‹: Literatur & Kunst im Dialog im Neuen Museum Nürnberg
Weil Kooperationen so schön sind, folgt im Herbst gleich noch eine: Am Fr., dem 13.11.2026, um 20 Uhr präsentieren wir im Neuen Museum Nürnberg – Staatliches Museum für Kunst und Design unsere beiden ›Resonanzen‹-Bände ›Ödnis‹ von aspekte-Literaturpreisträger Sven Pfizenmaier und der Nürnberger Fotografin Meike Männel sowie ›Verdichtung‹ von Poljak Wlassowetz und der Malerin Susanne Bonowicz.

In unserer Reihe ›Resonanzen‹ treten Schriftsteller:innen und bildende Künstler:innen in einen offenen Austausch: Zwei Stimmen. Zwei Medien. Keine Hierarchie. Keine Illustration. Jeder Band erscheint in limitierter und nummerierter Auflage als bibliophiles Sammlerstück und als Einladung, über die Gegenwart nachzudenken: über ihre Brüche, ihre Widersprüche und über das, was uns trotz allem verbindet.
In Lesung, Projektion und Gespräch wird im Neuen Museum Nürnberg erfahrbar, wie Literatur, Fotografie und Malerei miteinander in Beziehung treten und gemeinsam neue Blicke auf unsere Gegenwart eröffnen. Tickets gibt es hier.
Hier geht es zur Leseprobe – Ödnis von Meike Männel und Sven Pfizenmaier ist in der ersten Auflage auf 500 Exemplare limitiert.
In ›Ödnis‹ schreibt Sven Pfizenmaier über Produktivitätszwang, Überdruss und das Recht auf Faulheit. Die Fotografin Meike Männel zeigt das bürgerliche Versprechen von Ordnung und Sicherheit im Zerfall. Gemeinsam machen sie mit leisem Witz erfahrbar, wie man sich in der Welt einrichten kann, ohne sich mit ihr abzufinden.
»Ich mag dein Leben dicht an meinem, das Gefühl auf meiner Haut, wenn du mich anschaust – beinahe lache ich bei der Vorstellung, dich einem Staat zu überlassen, warum sollte ich so dumm sein?« Sven Pfizenmaier, ›Ödnis‹
Sven Pfizenmaier ist Autor der beiden Romane ›Draußen feiern die Leute‹ und ›Schwätzer‹ (Kein & Aber, 2022 und 2024). In der multimedialen Anthologie ›U8 Untergrundminiaturen‹ ist sein Text ›Ruhige Gesellschaft‹ erschienen (Kopf & Kragen, 2022). Sven Pfizenmaier wurde mit dem aspekte-Literaturpreis, dem Kranichsteiner Literaturförderpreis und dem Literaturpreis der Landeshauptstadt Hannover ausgezeichnet. Er lebt in Berlin.
Meike Männel lebt als freie Fotografin in Nürnberg. In ihren Fotografien untersucht sie unter anderem das Schöne im scheinbar Unspektakulären. Sie arbeitet bevorzugt in der Morgen- und Abenddämmerung; durch das Zusammenspiel von natürlichem Licht und hartem Blitzlicht entstehen so Bilder, in denen Pflanzen, Architektur und Menschen eine fremdartige, beinahe bühnenhafte Präsenz entwickeln.
Meike Männels Arbeiten wurden in zahlreichen Ausstellungen und Magazinen gezeigt. 2021 erhielt ihr Buch ›Good Life‹ den Deutschen Fotobuchpreis in Silber. 2025 wurde sie mit dem 1. Preis des CeU-Awards in München ausgezeichnet. Die im Band ›Ödnis‹ gezeigten Fotografien stammen aus ihren drei fortlaufenden Hauptserien ›Großreuth‹, ›Paradise‹ und ›Dreamhouse‹.
Hier geht es zur Leseprobe – Verdichtung von Susanne Bonowicz und Poljak Wlassowetz ist in der ersten Auflage auf 500 Exemplare limitiert.
In ›Verdichtung‹ zeigt die Malerin Susanne Bonowicz Stadtlandschaften im Übergang – zwischen Struktur und Auflösung, Dynamik und Stillstand. Poljak Wlassowetz erzählt in drei melancholisch-grotesken Stadtgeschichten von verlorenen Gewissheiten, der Sehnsucht nach Verbundenheit und dem Versuch, in einer sich unaufhörlich verändernden Welt Halt zu finden. Gemeinsam lassen sie Orte, Zeiten und Menschen ineinander geraten und machen sichtbar, wie Wirklichkeit erinnert und erträumt wird.
Wir freuen uns darauf und auf euch! Wie immer herzlichst Kopf & Kragen





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